Cyberangriffe 2025: Warum „Wir sind zu klein für Hacker“ der teuerste Irrtum des Jahres ist

Cybersecurity ist 2025 kein optionales Thema mehr, sondern existenziell für jedes Unternehmen
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Cyberangriffe 2025: Warum „Wir sind zu klein für Hacker“ der teuerste Irrtum des Jahres ist

Author
Philipp Krey
Lesezeit
8 mins
Publiziert
February 2026

Im Grunde ist Cybersecurity für viele Unternehmen wie eine Versicherung. Man weiß, dass man sie braucht, doch wirklich intensiv beschäftigen und investieren möchte man sich meist erst dann, wenn es bereits brennt. Tatsächlich hat sich im Jahr 2025 jedoch gezeigt, dass es längst nicht mehr die Frage ist, ob ein Unternehmen oder auch eine Privatperson ins Visier gerät, sondern wann.

Cybersecurity ist die Praxis, Menschen, Systeme und Daten durch technische Maßnahmen und klare Regeln zu schützen (IBM). Das klingt zunächst nach einem rein technischen Thema, ist aber längst eine existenzielle wirtschaftliche Frage für jeden Betrieb.

Dabei ist die klassische Phishing Mail heute nur noch die Spitze des Eisbergs. Während viele darauf vertrauen, dass ihre einfache (mehrfach überholte) Firewall schon halten wird, hat sich die generelle Angriffsfläche massiv vergrößert. Moderne Unternehmen hängen an einem digitalen Netzwerk aus Cloud Diensten, externen IT Partnern und vernetzten Lieferketten. Das macht den Arbeitsalltag zwar meist deutlich einfacher, eröffnet aber gleichzeitig zahlreiche neue Angriffspunkte.

Ein Blick durch die Lupe: Das Risiko in Euro und Prozent

Dass die Gefahr nicht nur gefühlt ist, zeigen aktuelle Daten aus den großen Sicherheitsreports für 2025, hier sind einige der wichtigsten Trends:

  • Preis des Datenklaus: Ein Datendiebstahl ist kein Problem, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Der Umfang solcher Vorfälle kann enorm sein. Manchmal sind es scheinbar harmlose Informationen wie E Mail Adressen oder Mitarbeiterlisten, oft geht es jedoch um Zugangsdaten, Finanzinformationen oder Sozialversicherungsnummern. Weltweit steigen die Kosten für Unternehmen zur Bewältigung solcher Vorfälle weiter an. In Deutschland gab es zwar einen leichten Rückgang der Schadenssummen, doch mit durchschnittlich mehreren Millionen Euro pro Angriff bleibt ein Vorfall ein potenzieller Genickbruch für den Mittelstand (IBM Cost of a Data Breach Report).
  • Schwachstelle Mensch: Technik kann viel, aber nicht alles. Bei rund 60 Prozent aller erfolgreichen Angriffe spielte menschliches Handeln eine entscheidende Rolle, meist unbeabsichtigt und unbemerkt (Verizon Data Breach Investigations Report).
  • Trojanisches Pferd in der Lieferkette: Angreifer analysieren ihre Ziele genau und wählen zunehmend den Weg des geringsten Widerstands. Statt große Konzerne direkt anzugreifen, überwältigen sie kleinere Softwareanbieter oder Dienstleister. Angriffe über Dritte gehören mittlerweile zu den häufigsten Ursachen für massive Betriebsunterbrechungen (Verizon Data Breach Investigations Report).
  • Datenexplosion in Europa: Die reine Anzahl der Vorfälle ist alarmierend. In Europa ist die Zahl der gemeldeten Datenpannen innerhalb eines Jahres um 78 Prozent gestiegen (ENISA Threat Landscape Report).
  • Risiko Nummer eins: Cybervorfälle werden weltweit als das größte Geschäftsrisiko eingestuft und liegen inzwischen sogar vor Themen wie Inflation oder Energiekrise (Allianz Risk Barometer).
Warum Insellösungen nicht reichen

Viele Unternehmen arbeiten mit einem Sammelsurium einzelner Sicherheitsmaßnahmen. Hier ein VPN, dort ein Passwortmanager und irgendwo eine alte Backup Lösung. Was auf den ersten Blick nach Schutz aussieht, ist in der Praxis oft unübersichtlich und schwer zu kontrollieren.

Das eigentliche Problem ist der fehlende Gesamtüberblick. Wenn Systeme nicht ineinandergreifen, entstehen Sicherheitslücken, und Angriffe können lange unbemerkt bleiben. Moderne Ransomware verschlüsselt nicht mehr nur Daten. Häufig werden Informationen zuerst kopiert und anschließend mit der Veröffentlichung gedroht (ENISA Threat Landscape Report). Ohne eine zentrale Strategie ist man solchen Angriffen schnell ausgeliefert.

Besonders kritisch ist eine Entwicklung, die erst seit Kurzem deutlich sichtbar wird: Angreifer nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz, um Täuschungen perfektionieren. Deepfakes oder individuell formulierte Nachrichten wirken so glaubwürdig, dass man sich nicht mehr allein auf sein Bauchgefühl verlassen kann.

Was jetzt zu tun ist

IT Sicherheit darf kein Feuerwehrprojekt sein, bei dem erst gehandelt wird, wenn der Schaden bereits entstanden ist. Das BSI betont, dass eine solide Basishygiene, also regelmäßige Updates, klare Zugriffsrechte und vor allem Mehrfaktor Authentifizierung, bereits einen Großteil der Angriffe verhindert (BSI).

Die wichtigsten Hebel sind:

  1. Ganzheitlicher Blick: Betrachten Sie Ihre IT Sicherheit als zusammenhängendes System und nicht als Sammlung einzelner Produkte.
  2. Lieferketten prüfen: Kennen Sie die Sicherheitsstandards Ihrer Dienstleister. Eine Schwachstelle dort wird schnell zu Ihrer eigenen.
  3. Mitarbeiter schulen: Technik schützt Systeme. Geschulte Mitarbeitende schützen Prozesse.
  4. Automatisierung nutzen: Moderne Lösungen erkennen Bedrohungen frühzeitig, oft bevor ein Mensch überhaupt bemerkt, dass etwas nicht stimmt.

Conclusio

Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, bringt aber immer auch Risiken mit sich. Entscheidend ist deshalb ein stabiles Fundament, also eine sichere Basis, auf der alle Systeme aufbauen.

Wer weiterhin auf isolierte Lösungen und das Prinzip Hoffnung setzt, wird früher oder später mit den Folgen konfrontiert werden, sei es durch Ausfallzeiten, Lösegeldforderungen oder den Verlust von Kundenvertrauen. Ein integrierter Ansatz sorgt dafür, dass Ihr Unternehmen auch dann stabil bleibt, wenn es andere nicht mehr sind.

Daphi übernimmt genau diese Koordinationsrolle. Statt sich mit mehreren IT Anbietern abstimmen zu müssen, bündeln wir Ihre Sicherheit in einer zentralen und widerstandsfähigen Infrastruktur. Wir identifizieren Schwachstellen, bevor es Angreifer tun, und sorgen dafür, dass Ihre IT das ist, was sie sein sollte: ein Motor für Ihr Geschäft und keine Dauerbaustelle.

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